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Aktuelles

Mit der Weiterentwicklung des EndoCert-Systems erhält die Schulterendoprothetik einen neuen Stellenwert. Während die Schulterversorgung bislang ausschließlich als ergänzendes Modul zu einem EndoProthetikZentrum oder EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung für Hüfte und Knie zertifiziert werden konnte, besteht seit 2026 die Möglichkeit einer eigenständigen Zertifizierung als EndoProthetikZentrum Schulter (EPZ Schulter) oder EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung Schulter (EPZmax Schulter).

Warum eine eigenständige Zertifizierung als EPZ Schulter oder EPZmax Schulter?

Die Schulterendoprothetik hat sich in den vergangenen Jahren zu einem hochspezialisierten Versorgungsbereich entwickelt. Gleichzeitig verfügen zahlreiche Einrichtungen über eine ausgewiesene Expertise in der Schulterendoprothetik, ohne zwangsläufig auch ein zertifiziertes EndoProthetikZentrum für Hüfte und/oder Knie zu betreiben. Die bisherige Zertifizierung als Schultermodul war an eine solche Zertifizierung gebunden und stand diesen Einrichtungen daher nicht offen. Mit der Einführung des EPZ Schulter und EPZmax Schulter steht nun ein eigenständiger Qualitätsrahmen zur Verfügung, der die erbrachte Qualität in der Schulterendoprothetik transparent und nachvollziehbar abbildet.

Die Anforderungen gelten für alleinstehende EPZ Schulter bzw. EPZmax Schulter. Sofern am Standort bereits zertifizierte EndoProthetikZentrum-Strukturen für die Hüft- und/oder Knieendoprothetik bestehen, sind Doppelstrukturen zu vermeiden. In diesem Fall ist sicherzustellen, dass die für das EPZ(max) Schulter geltenden Anforderungen innerhalb der bestehenden Strukturen in ausreichendem Maße Berücksichtigung finden.

Anforderungen an Struktur und Expertise

Für die Zertifizierung als EPZ Schulter sind jährlich mindestens 20 elektive Schulterendoprothesenimplantationen nachzuweisen. Für ein EPZmax Schulter werden mindestens 50 endoprothetische Versorgungen des Schultergelenks einschließlich Wechseloperationen gefordert, davon mindestens 40 elektive Eingriffe und mindestens 10 Wechseloperationen. Die Versorgung ist in beiden Zentrumstypen durch mindestens zwei Senior-/Hauptoperateure sicherzustellen.

Im EPZ Schulter muss jeder Hauptoperateur mindestens zehn elektive Schulterendoprothesenimplantationen pro Jahr durchführen. Im EPZmax Schulter sind jeweils mindestens 25 endoprothetische Versorgungen des Schultergelenks einschließlich Wechseloperationen jährlich je Senior-Hauptoperateur nachzuweisen. Mindestens einer der Senior-/Hauptoperateure muss über die Zusatzweiterbildung Spezielle Orthopädische Chirurgie (SOC) verfügen. Darüber hinaus ist ein Zentrumsleiter zu benennen, der gleichzeitig als Senior-/Hauptoperateur tätig ist, die weiteren Schulterhauptoperateure benennt und die fachliche Verantwortung für das Zentrum übernimmt. Sämtliche Senior-/Hauptoperateure müssen ihre Qualifikation nachweisen und sind vertraglich an das Zentrum gebunden.

Die folgende Übersicht fasst die Kernanforderungen zusammen:

Senior-/Hauptoperateure (beide Zentrumstypen)

  • mind. ein S/HO mit Zusatzweiterbildung Spezielle Orthopädische Chirurgie (SOC)
  • vertraglich an das Zentrum gebunden
  • Leiter EPZ/EPZmax = S/HO
  • Fortbildungsnachweis im 3-Jahres-Intervall
  • AE-Masterkurs Schulter und Ellenbogen1

EPZ Schulter

  • ≥ 20 elektive Schulterendoprothesen/Jahr
  • mind. 2 Hauptoperateure
  • ≥ 10 elektive Implantationen je Hauptoperateur

EPZmax Schulter

  • ≥ 50 Schulterendoprothesen inkl. Wechsel/Jahr
  • davon ≥ 40 elektiv und ≥ 10 Wechsel
  • mind. 2 Seniorhauptoperateure
  • ≥ 25 Eingriffe je Hauptoperateur

1) bei ausschließlicher Tätigkeit in der Schulterendoprothetik; andernfalls gilt auch ein anderer AE-Masterkurs

Organisatorische Anforderungen

Neben den operativen Anforderungen werden klare organisatorische Strukturen gefordert. Hierzu gehören die Benennung eines Zentrumskoordinators, eines Qualitätsmanagementbeauftragten sowie eines Dokumentationsbeauftragten einschließlich definierter Aufgabenbereiche und zeitlicher Ressourcen. Das EPZ/EPZmax Schulter muss seine Einbindung in die Krankenhausorganisation darstellen, regelmäßige Sitzungen des Leitungsgremiums durchführen und die Zusammenarbeit mit relevanten Fachdisziplinen über entsprechende Kooperationsvereinbarungen sicherstellen.

Fort- und Weiterbildung als zentraler Baustein

Die Weiterbildung nimmt einen hohen Stellenwert ein. Das Zentrum muss über Weiterbildungsbefugnisse in Orthopädie und Unfallchirurgie sowie in der Speziellen Orthopädischen Chirurgie verfügen und die Weiterbildung im Bereich Schulterendoprothetik aktiv fördern. Darüber hinaus sind regelmäßige Fortbildungsaktivitäten der Schulterhauptoperateure nachzuweisen. Sofern die benannten Senior-/Hauptoperateure ausschließlich in der Schulterendoprothetik tätig sind, wird zusätzlich der Nachweis eines Masterkurses Schulter und Ellenbogen der AE gefordert.

Standardisierte Behandlung und Patientensicherheit

Für sämtliche Versorgungsprozesse sind standardisierte Behandlungspfade vorzuhalten und regelmäßig zu überprüfen. Darüber hinaus werden ein strukturiertes Komplikationsmanagement, definierte Regelungen zur bildgebenden Diagnostik, ein geregelter Umgang mit Explantaten sowie die Einbindung der Physiotherapie in den Behandlungsprozess gefordert. Auch die jederzeitige Erreichbarkeit des Zentrums für Patienten mit Komplikationen muss gewährleistet sein. Die eingesetzten Implantatsysteme und Operationstechniken mit Instrumenten sind zudem mindestens einmal jährlich anhand der Qualitätsindikatoren zu bewerten.

Qualitätsmessung und kontinuierliche Weiterentwicklung

Ein wichtiger Bestandteil der Zertifizierung ist die systematische Erfassung und Auswertung von Qualitätsindikatoren. Hierzu gehören die regelmäßige Analyse der Behandlungsergebnisse, die Durchführung von Qualitätszirkeln sowie die Besprechung der Ergebnisse mit den beteiligten Kooperationspartnern und dem gesamten Zentrumsteam. Ergänzend wird die Patientenzufriedenheit mindestens einmal jährlich erhoben und ausgewertet.

Ein besonderes Merkmal des EPZ/EPZmax Schulter ist die verpflichtende präoperative Erhebung eines validierten Schulter-Scores zur objektiven Bewertung der Ausgangssituation und zur Unterstützung der Indikationsstellung. Eine erneute Erhebung nach zwölf Monaten kann fakultativ erfolgen.

Weitere Anforderungen im Überblick:

  • Erhebungsbogen
  • Weiterbildungskonzept
  • Drei Fortbildungsveranstaltungen je Hauptoperateur im 3-Jahres-Intervall
  • Einweisungsnachweise für Implantatsysteme
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Transfusionsstatistik
  • Physiotherapiestandard
  • Prospektiver Fortbildungsplan Ärzte, Pflege und Physiotherapie
  • Wartezeitmessung in der Schulter-TEP Sprechstunde
  • Einweiserzufriedenheitsstatistik

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